Gemeinschaft der Gemeinden Hellenthal/Schleiden - Seelsorgebereich Hellenthal
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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 03/2015

Den Menschen ein Gesicht geben

Die Flüchtlingshilfe Hellenthal kümmert sich um Einwanderer im Eifeler Höhengebiet

Der Flüchtlingsstrom macht auch vor ländlichen Regionen keinen Halt. Die Situation von Flüchtlingen in den Höhengebieten der Eifel unterscheidet sich gravierend von der in der Stadt und stellt auch diejenigen, die sich engagieren, vor andere Herausforderungen.

25 junge Männer aus völlig unterschiedlichen Kulturen sind in der alten Schule in Hollerath untergebracht, teils zu viert in einem Raum. Ihre Probleme sind vielfältig. Vor allem haben sie kaum eine Möglichkeit, aus dem Hellenthaler Höhenort wegzukommen, um Lebensmittel zu kaufen, Behördengänge zu erledigen oder zum Arzt zu gehen. „Einmal am Tag können wir mit dem Schulbus nach Hellenthal fahren, doch jetzt sind zwei Wochen Ferien, dann sitzen
wir hier fest“, beschrieb Ghirmay aus Eritrea die Lage während der Weihnachtsferien.

Unglücklich in der Rolle der Almosenempfänger

„Das sind alles Männer im besten Alter, die es sehr belastet, stundenlang Zeit totschlagen zu müssen. Sie fühlen sich nutzlos und sind unglücklich in ihrer Rolle als Almosenempfänger“, zeigt Brigitte Armbruster vom GdG-Rat Hellenthal-Schleiden Verständnis für die Nöte der Menschen. Im jüngsten Pfarrbrief schilderte sie eindringlich die Situation der jungen Männer in Hollerath und machte zahlreiche konkrete Vorschläge, wie ihnen geholfen werden kann. Das Echo war enorm.

Mittlerweile hat sich im 17-Seelen-Nest Unterpreth die „Flüchtlingshilfe Hellenthal e. V.“ gegründet. Vorsitzende ist die Hellenthaler Ratsfrau Andrea Mirbach, um die sich eine Schar von Ehrenamtlern formiert hat, darunter auch Brigitte Armbruster als Schriftführerin. Ein großes Anliegen des Vereins ist die Integration der Menschen. „Viele unserer Flüchtlinge würden sich freuen, mehr Kontakt zur Bevölkerung zu haben. Wo gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, sie in Vereine einzubinden?“, so Brigitte Armbruster. Sie weiß, dass viele Einheimische Angst haben vor den sich auf den ersten Blick ähnelnden  dunkelhäutigen Menschen. „Wenn die Leute ein Gesicht bekommen, ist das ein wichtiger Schritt, um Barrieren abzubauen“, sagt sie.

Begeistert war man vom Erfolg des Willkommensfestes, das die in Hollerath einquartierten Flüchtlinge und der Verein gemeinsam für die Dorfbewohner gaben. Viele der Anwohner, die sich nie getraut hatten, Kontakt mit den Fremden aufzunehmen, warfen zum ersten Mal einen Blick auf die Neubürger. „,Das sind ja ganz normale Leute‘ habe ich manche sagen hören, dafür allein hat es sich gelohnt“, freut sich Andrea Mirbach.

Mit einer Kunstaktion berichteten die Flüchtlinge über ihr Schicksal. Vier Stationen hatten sie gestaltet: Heimat, Vertreibung, Flucht und neue Bleibe. Zwei junge Männer aus Eritrea berichteten über ihre Flucht durch den Sudan. Mehr als das nackte Leben konnten sie nicht retten. Fünf Tage trieb Ghirmay auf einem völlig überladenen Boot über das Mittelmeer, ehe die italienische Marine ihn und die anderen Passagiere rettete.

 

Wer helfen möchte, melde sich bitte bei Andrea Mirbach, Tel. 0 24 82/74 19 oder Brigitte Armbruster, Tel. 0 24 48/91 11 04.


Von Renate Hotse und Stephan Everling

Veröffentlicht am 21.01.2015

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