Gemeinschaft der Gemeinden Hellenthal/Schleiden - Seelsorgebereich Hellenthal
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Flüchtlinge in der Gemeinde Hellenthal

Frau Armbruster aus dem GdG-Rat berichtet:

Liebe Mitchristen! Ich möchte Sie heute über einen Sachverhalt informieren, der sicher vielen von Ihnen unbekannt ist und der dringend unsere Hilfe erfordert.

In unserer Gemeinde leben zurzeit ca. 50 Flüchtlinge und Asylbewerber, davon ungefähr 30 junge Männer in der alten Schule in Hollerath. Sie kommen hier an mit nichts, sie werden zu mehreren in einem Raum untergebracht (zum Teil 4 in einem Raum), Sie haben einen gemeinsamen Aufenthaltsraum und eine gemeinsame Küche. Viele sprechen unsere Sprache nicht, können sie nicht lesen und sprechen teilweise weder englisch noch französisch. Daher ist es für sie sehr schwierig, die notwendigen Behördengänge zu erledigen, benötigte Formulare auszufüllen, Busfahrpläne zu lesen und, und, und …! Sie dürfen nicht arbeiten gehen, so dass es schwierig ist, den Tag zu gestalten. Sie kommen aus völlig unterschiedlichen Kulturen, deren Sitten und Gebräuche teilweise kollidieren. Es sind Männer aus Kulturen, in denen die Frauen zuständig sind fürs Kochen und Putzen, d.h. Hygiene, Putzen und Kochen sind Fremdwörter. Sie erhalten einen geringen Geldbetrag zur Sicherung ihres Lebensbedarfes. Davon müssen sie sich eine Fahrkarte kaufen und ein Handy bezahlen, damit sie die Möglichkeit haben, Kontakt zu ihren Familien und Freunden aufrecht zu erhalten. Für Lebensmittel und Kleidung bleiben Ihnen daher ca. 150 € im Monat.

SIE BRAUCHEN UNSERE HILFE!!!!

 

Wie können wir helfen?

  • 2 Mal in der Woche können sie sich in Kall bei der Tafel Lebensmittel abholen. Es ist schwierig, mit mehreren voll bepackten Tüten mit dem Bus nach Hause zu kommen. Wir versuchen, sie mit Privat-PKWs dorthin und zurückzubringen. Wir brauchten noch Fahrer für dienstags und freitags vormittags.
  • Oft erhalten sie Lebensmittel, die sie nicht kennen und von denen sie nicht wissen, wie man sie zubereitet. Wir brauchten Leute, die bereit sind, mit ihnen zu kochen und ihnen zu zeigen, was man daraus machen kann. Dabei müssen wir berücksichtigen, dass es überwiegend Muslime sind, die kein Schweinefleisch essen dürfen und dass die finanziellen Mittel für den Einkauf sehr begrenzt sind.
  • Der nächste offizielle Sprachkurs findet einmal in der Woche in Kall statt. Zurzeit können wir in Hollerath einmal in der Woche einen Sprachkurs durchführen. Wir suchen noch jemanden, der uns dabei unterstützt.
  • Viele der Flüchtlinge sind mit Behörden- und Arztbesuchen überfordert. Sie benötigen dabei Hilfen. Wer kann sie gelegentlich bei solchen Gängen begleiten?
  • Sie kennen unsere Sitten und Gebräuche nicht, deshalb versuchen wir, sie damit bekannt zu machen und sie sind daran auch interessiert. Es wäre schön, ihnen solche Dinge zu zeigen. Einladungen zu gemeinsamen Unternehmungen wie z.B. Karnevalsumzüge, Weihnachtsmarkt, Kirmes, lebendiger Adventskalender etc. könnten organisiert werden.
  • Es belastet die jungen Männer, lange Stunden Zeit „totschlagen“ zu müssen. Viele unserer Flüchtlinge würden sich freuen, auch etwas mehr Kontakt zur Bevölkerung zu haben. Wo gibt es die Möglichkeit, sie in Vereine einzubinden? Z.B. Sportverein, Chöre, Spielegemeinschaften etc?
  • der Raum, der jedem unserer Flüchtlinge zur Verfügung steht, sehr begrenzt ist, benötigen wir kaum Sach- und Kleiderspenden. Im Augenblick suchen wir warme Winterjacken für junge Männer und eine möglichst große Sitzgarnitur für den Aufenthaltsraum, da die vorhandene verschlissen und instabil ist. Sie sollte L-Form haben und der kürzere Teil sollte links an den längeren angeschlossen sein. Außerdem suchen wir einen großen Wohnzimmertisch.
  • Getränke schleppen vom Gewerbegebiet in Oberhausen nach Hollerath ist schwer und aufwändig. Wer ist bereit, vom Einkaufen mal einen Kasten oder Sechserpack Getränke (alkoholfrei) mitzubringen und einfach dort abzugeben?
  • Oft bezahlen wir kleine Dinge, die benötigt werden, aus eigener Tasche, um kurzfristig und unbürokratisch zu helfen. Inzwischen wird ein Förderverein gegründet. Mitglieder sind dann herzlich willkommen. Die Spenden können steuerlich abgesetzt werden. Je nach Spendenaufkommen besteht dann evtl. die Möglichkeit, z.B. den Fahrern, die ja schon ihre Zeit aufbringen und ihr Auto zur Verfügung stellen, die Spritkosten zu bezahlen oder den Getränkedienst aus dieser Kasse zu bezahlen.
  • Viele von ihnen würden gerne arbeiten. Das ist ihnen aber nicht erlaubt. Arbeiten darf nur, wer eine Arbeitserlaubnis hat und dann auch nur unter besonderen Auflagen. Hilfe zur Selbsthilfe ist erlaubt (Gestaltung des Wohnhauses und der genutzten Räume …). Wenn sie diese Auflagen nicht einhalten, werden sie ausgewiesen.

 

Sie sehen, es gibt viele Möglichkeiten, wo wir uns als Christen einbringen können und nicht die Augen vor der Not vor unserer eigenen Haustür zu verschließen. Zurzeit koordiniert Frau Andrea Mirbach aus der Unterpreth in Abstimmung mit der Sachbearbeiterin der Gemeinde Hellenthal, Frau Feuser, die bisher laufenden Hilfsmaßnahmen. Dies soll auch so bleiben, damit nicht mehrere Organisationen nebeneinander her helfen wollen und die Maßnahmen sich überschneiden.

Wer also irgendwie helfen will, meldet sich bitte bei Frau Mirbach, Tel. 02482/7419, alternativ dazu bei mir, Brigitte Armbruster, Udenbreth, 02448/911104. Dann kann Hilfe sinnvoll koordiniert werden. Auch wenn Sie keine regelmäßigen Verpflichtungen übernehmen möchten, kann jede  Übernahme einer kleinen und gelegentlichen Aufgabe eine große Hilfe sein.

Brigitte Armbruster, Udenbreth


Von Monika Herkens

Veröffentlicht am 13.12.2014

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